Let’s sail East

Endlich ist der Tag gekommen dem wir seit nun etwa einem Jahr entgegengefiebert haben. Nachdem wir in den vergangenen Tagen viel im Hinblick auf den idealen Abfahrtszeitpunkt hin und her diskutiert haben, probieren wir es jetzt einfach.

Zumindest für die kommenden Tage sind keine bösen Überraschungen vorhergesagt. Das Routing verspricht uns eine Fahrtdauer von etwa 14 Tagen. Angesichts der sich ständig verändernden Vorhersagen sind wir dabei vor allem auch auf unsere Wetterfee Lisa angewiesen. Auch werden wir mit der Unterstützung von Jenny versuchen hier im Blog weiterhin kleinere Updates während der Überfahrt einzuspielen.

Mit dem Ziel um 10 Uhr lokaler Zeit vor dem Hafen in Richtung Osten starten zu können, beginnen wir den Tag heute schon früh. Die letzten Dinge werden seefest verräumt, der Müll wird geleert und die Wassertanks nochmal randvoll aufgefüllt. Dann heißt es ‚Leinen los‘. Zwischen den links und rechts steil aufragenden Klippen geht es hinaus aufs offene Meer. Das schöne St John’s, das uns einige schöne und vor allem auch warme Tage beschert hat, wird hinter uns schnell immer kleiner. Für uns geht es nun der Heimat entgegen. Wir sind gespannt welche Erfahrungen die kommenden Tage für uns bereithalten werden.

Buchstabenrätsel der Crew – Lösungswort?
Der Horizont ist nur der Beginn unserer Reise.
Los geht’s bei besten Bedingungen

Der letzte Tag in Kanada

Bereits am Abend zuvor hat uns das wenn auch kurze, aber dennoch regelmäßig auftretende Röhren unserer Wasserpumpe stutzig gemacht. Die gute Elmy scheint mal wieder irgendwo Wasser im System zu verlieren. Nach einigen halbherzigen Versuchen am Abend zuvor stecken Mattis und Elena heute Morgen nach dem Frühstück mal wieder kopfüber in den Schiffsinnereien und machen sich erfolgreich auf Lecksuche. Die To-do-Liste hält währenddessen auch für Luki und Sascha noch einige Punkte bereit und so ist der Vormittag an Bord wieder schnell verflogen.

Zum Mittagessen machen wir uns nochmal auf den Weg in die Stadt. Seafood soll es sein. In der ikonischen George Street werden wir schließlich in einem Pub fündig und genießen unser Essen in der Sonne sitzend. Im Anschluss stocken wir unsere Gemüse- und Obst-Vorräte noch einmal auf. Mattis und Sascha nutzen den noch vorhandenen Auslauf für ein finales Sportprogramm. Elena und Luki kümmern sich zeitgleich um die Essensvorbereitung für den ersten Tag auf See. Mit Cole Slaw und einem lecker duftenden Kuchen sind wir bestens gerüstet für den ersten Tag der Überfahrt. Wir hoffen natürlich diesmal auch alles in uns behalten zu können.

Elena fröstelt im Wind – die anderen auch, sind aber zu faul ihre Kleidung anzupassen
Straßenleben in St John’s
Luki hat eine neue Crew gefunden
Auf dem Weg zum Einkauf

Zum Abschluss steht Körperpflege auf dem Tagesprogramm. Alle hüpfen wir in dem ruhigen Hafenbecken noch einmal unter die enge Borddusche. Nach dem Abendessen wird noch klar Schiff gemacht. Und dann geht es auch schon früh ins Bett, um die vorerst letzte Nacht im ruhigen Hafenbecken für erholsamen Schlaf zu nutzen.

Boat Day

Bei eher bedecktem Wetter machen wir was man an einem Sonntag tun sollte – wir schlafen aus. Nach einem gemütlichen Frühstück widmen wir uns den kleineren Aufgaben der To-do-Liste. Elena säubert liebevoll die Bilgen-Pumpe. Sascha tauscht die Dichtungen an der Toilette und verlegt die Wasserleitungen neu. Beides unter der Aufsicht und mit Unterstützung von Mattis. Währenddessen kümmert sich Luki um die Verpflegung an Bord.

So genießen wir den stressfreien Tag und lassen die Zeit dahin plätschern. Nach einem gemütlichen Mittagsschläfchen wird nochmal das Wetter gecheckt. Ergebnis: Den Montag werden wir angesichts der schwankenden Vorhersagen noch in St John’s verbringen und beobachten weiter. Zudem entscheiden wir uns angesichts des Wetters dafür den geplanten Stadtausflug auf morgen zu verschieben. Mehr als 10m werden wir uns heute nicht von Elmy entfernen.Den Rest des Tages verbringen wir daher vor allem mit Karten spielen.

Die Crew spielt Die Crew

Wir erkunden Neufundland

Freitag

Nach einer erholsamen Nacht mit tiefem Schlaf starten wir am Freitagmorgen bereits früh. Um die anstehenden Aufgaben effektiv anzugehen teilen wir uns mal wieder auf. Luki und Elena brechen mit den Segeln im Gepäck auf, um diese reparieren zu lassen. Mattis und Sascha bleiben an Bord, kümmern sich um die Wäsche und starten die Schupfnudel-Fertigung. Beide Teams genießen dabei aber auch in vollem Maße die kräftig scheinende Sonne.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen an Bord und einer weiteren Einheit Sonnenbaden machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Hier bietet sich ein ganz anderes Bild als noch in Halifax. Wir finden uns in einer Mischung aus Reeperbahn mit zahlreichen Tabledance-Bars und Straßen voller schnuckeliger nordischer Häuschen wieder.

St John’s im Hintergrund
Eine Bar neben der anderen
Nordisches Flair

In dem örtlichen Atlantik-Store decken wir uns als erstes mit weiteren Lagen Fleece und dicken Handschuhen ein. Elena wird dabei Opfer einer wild gewordenen Biene. Dies führt dazu, dass Luki ihr erst mal mitten im Laden leidenschaftlich das Bienengift aus dem Schlüsselbein saugt.

Nach einer kurzen Kaffee-Stärkung, bei der wir gierig am leider schlechten Café-WLAN saugen (es werden mehr Podcasts für die Nachtschichten benötigt), biegen wir dann ab in Richtung Natur. Wir besteigen die Hügel und Klippen, die die Stadt und den Hafen umgeben. Den Abend lassen wir in einer geselligen Brauerei bei lauter Live-Musik ausklingen. Deren Lage in einer Art kleinem Fjord tut ihr übriges zum guten Flair.

Auf in die Hügel
Blick auf die Stadt
Im Hintergrund startet unser Nachbar Einhand zur Transat
Entlang geht’s den Küstenweg
Aussicht zum Abendessen

Samstag

Endlich ist mal wieder Ausschlafen angesagt. Beim Frühstück werden Pläne für den Tag geschmiedet. Schließlich teilen wir uns wieder in die bewährten Teams auf. Ziel ist Cape Spear, der östlichste Punkt Nordamerikas. Scheinbar bleibt uns das Glück im Hinblick auf das Wetter treu. Zumindest sprechen uns alle darauf an, dass es hier normalerweise nicht so sonnig ist.

Elena und Luki steigen auf der Hälfte der Hinfahrt aus, Mattis und Sascha möchten den Rückweg dagegen über die volle Distanz von ca. 18 km antreten. Alle sind wir beeindruckt von der atemberaubenden Landschaft und der sich uns bietenden Aussicht.

Von der Zivilisation ist schnell nichts mehr zu sehen. Die Landschaft ist ein Mix aus Hochebene und Küstenlandschaft. Der schmale Trail schlängelt sich durch das saftige Grün, windet sich immer wieder Klippen nach oben und führt uns wieder zurück auf Meereshöhe. Alle 10 Minuten ändert sich das Bild dabei um uns herum. Auf Abschnitte mit Nadelgehölz folgen helle Buchen. Immer wieder kommen wir auch an hoch gelegenen Seen vorbei oder müssen kleinen Matschfeldern ausweichen. Am Ende sind wir ziemlich geschafft, aber glücklich.

Am Cape Spear angekommen
Tolle Aussicht!
Blick über St. Johns
Ein „Berg“-See
Pause auf der Klippe

Zurück am Boot genießen wir die nächste Portion Schupfnudeln und beschäftigen uns dabei mit der Routenplanung. Zusammen mit Lisa diskutieren wir verschiedene Varianten für den idealen Zeitpunkt unserer Abfahrt. Die aktuelle Wetterlage macht dies nicht so einfach. Starten wir zu früh, stehen wir vermutlich in der Flaute. Warten wir zu lange, landen wir mitten in einem Tiefdruckgebiet mit 6m Welle. Zu lange warten verkürzt den uns zur Verfügung stehenden Puffer. Erstmal entschließen wir uns jedoch dafür, nicht wie ursprünglich geplant am Sonntag zu starten, sondern weiter abzuwarten und die Wettervorhersage zu beobachten. Der neue Plan sieht vor voraussichtlich am Dienstagmorgen aufzubrechen.

Zwischenstopp St John’s

Mittwoch

Nachdem wir bereits über die Nacht hinweg mit teils sehr schwachen Winden zu kämpfen hatten und kaum voran gekommen sind offenbart uns das erste Tageslicht die nächste schlechte Nachricht: Unser Vorsegel hat einen etwas 30-40cm langen Riss. Um weitere Beschädigungen zu vermeiden sind wir sofort auf das kleinere Vorsegel gewechselt.

Nach kurzer Beratung war dann schnell klar, dass wir die Option in St John’s nochmal zu halten nutzen werden. Lisa setzt sich auch sofort mit einem örtlichen Segelmacher in Verbindung und prüft die Optionen vor Ort. Insgeheim sind wir wohl alle auch ein Stück weit froh noch einmal eine kurze Verschnauf- und Aufwärmpause vor dem ganz großen Sprung zu erhalten.

Nachdem unsere Laune durch den tierischen Besuch (vgl. letzter Eintrag) wieder deutlich aufgebessert war, setzen wir Kurs in Richtung des auf Neufundland gelegenen Hafens. Der Wind ist uns dann auch gut gesonnen und so beschleunigt sich unsere Fahrt den Tag über immer weiter.

Besuch für Elmy
Sprung zum Abschied

Donnerstag

Über Nacht nimmt der Wind weiter zu. Daher verkleinern wir bereits vor Beginn unserer Einzel-Schichten die Segelfläche. Dennoch flitzen wir nun mit hoher Geschwindigkeit auf die Südspitze von Neufundland zu. Dies beschert uns allerdings auch eine eher ruppige Nacht. Aus der Bugkabine wird in den Salon geflüchtet und wir sichern uns mit den Leesegeln gegen das Herausfallen aus unseren Betten.

Blick auf unsere Instrumente bei Nacht

Zum Sonnenaufgang heißt es dann nach etwas mehr als 4 Tagen wieder ‚Land in Sicht‘. Am frühen Nachmittag sind wir schließlich auch vor dem Hafen angekommen. Leider war es uns nicht erlaubt direkt auf der Stadtseite im Hafen festzumachen. Der sehr nette Hafen-Meister hatte zu seinem eigenen Bedauern nur ein Plätzchen im Industriehafen für uns. So machten wir schließlich neben den Schiffen der Coast Guard fest.

Nach kurzer Verschnaufpause ging es direkt an die Organisation der notwendigen Reparaturen. Das Segel sollten wir direkt am nächsten Morgen zum Segelmacher bringen. Daher machten wir uns direkt daran dieses auszubauen. Nach einem schnellen Abendessen, einem kurzen Skipper-Nap und einigen Runden Doppelkopf, schlüpften wir dann auch schnell ins unsere Betten und genossen die ruhige sowie warme Nacht an Bord.

Hart am Wind an der Ostküste von Neufundland entlang
Luki freut sich über die Einfahrt in St. john’s
Ausbau des Vorsegels

Tierische Begleitung

Seit dem Auslaufen aus Halifax ist das Land außer Sichtweite. Sofern die Sicht nicht sowieso durch den Nebel verhangen ist, gibt es daher nicht viel zu entdecken. Ab und zu zeigt sich auf unseren Instrumenten ein anderes Schiff, meist können wir dieses dann auch irgendwann am Horizont erspähen. Als spannender erweisen sich dagegen unsere tierischen Besucher. In den vergangenen Tagen konnten wir vereinzelt immer mal wieder Delfine beobachten. Mal näher, mal weiter weg von Elmy. Auch kleinere Grindwale (?) haben sich bereits gezeigt.
Heute morgen dann die große Überraschung. Luki hört nahe am Boot ein lautes Ausatmen. Zuerst entdecken wir ‘nur’ einige Delfine, die mit dem Boot spielen. Dann sehen wir auf einmal einen mächtigen Buckel. Anfangs noch weiter entfernt, kommen die Wale immer näher. Schließlich können wir direkt neben uns einen großen Schatten unter Wasser beobachten, der unter uns durchtaucht. Die Wale begleiten uns noch einige Minuten bevor sich langsam von uns entfernen. Kurz bevor sie im Nebel verschwinden folgt die Überraschung – der Buckelwal springt aus dem Wasser und klatscht mit dem Rücken in die Wellen. Wir können unser Glück kaum fassen & sind mehr als entlohnt für die vorherrschende Flaute.

(Sascha).

72 Stunden auf hoher See

Die ersten Tage unserer Überfahrt beschäftigt uns vor allem ein Thema – die bittere Kälte. Gefangen im Nebel ist die Sonne lange nicht zu sehen. Das Thermometer im Schiffsinneren zeigt 12 Grad, dazu 8 Grad Wassertemperatur. Letzteres sorgt dafür, dass der Boden im Boot eisig kalt ist. Dementsprechend verbringen wir die Zeit an Bord dick eingepackt und freuen uns zum Schichtwechsel wieder mit Wärmflasche ins Bett schlüpfen zu dürfen.
Gestern Abend reist der Himmel plötzlich pünktlich zum Sonnenuntergang auf und beschert uns ein malerisches Farbenspiel. Auch heute strahlt die Sonne kräftig vom wolkenlosen Himmel. Wir verbringen die Zeit daher mit Kartenspielen auf dem achterlichen Sonnendeck, beobachten das Wellenspiel und hoffen vergeblich auf den ersten Fisch an unserer Angel.

(Sascha)

Sooo, 48h unterwegs, das flaue Gefühl wird weniger, aber Nebel und kalt ist bäh! 🤨 Sonst aber alles prima 👌 Aber der Sternenhimmel ist gerade wunderschön, mit Milchstraße und so.

(Mattis)

——

Da Lisa die Crew über das kommende Wetter informiert, werden sie vsl. Halt in St. John machen. Ich sage voraussichtlich, weil Wind ein sehr dynamischer Prozess ist und sich die Voraussagen innerhalb eines Tages bereits wieder ändern können. Der angekündigte Sturm mit 45 Knoten für Sonntagabend vor Neufundland ist bereits wieder verschwunden. 

Hier ein Beispiel einer Windy Karte:

Rote Gebiete (wie vor Grönland) möchten Segler gerne vermeiden (zu viel Wind), blaue Gebiete auch (zu wenig Wind)

(Jenny)

Erstes Update der Crew

Heute um 16 Uhr erreichte mich die erste SMS von Elmy. Wer Mattis kennt, den wird das sicherlich genauso überraschen wie mich. Ich habe mich aber gefreut und kann euch somit updaten.

Die Crew ist gestern mit Flaute und Nebel gestartet. Gegen Mitternacht kam dann endlich Wind auf und sie konnten etwas Strecke machen. Die Wellen müssen jedoch relativ ‚rough‘ sein, daher ist es wohl sehr schaukelig und somit ungemütlich.

Bitte rechnet jetzt nicht mit täglichen Updates. Wenn ich etwas höre, dann veröffentliche ich es hier.

Aktualisierung durch Sascha via E-Mail in der Nacht. Es werden wohl alle Funktionen des Garmin Gerätes getestet 😉

Vernebelter Start
Schon kurz nach dem Auslaufen aus Halifax umgibt uns dichter Nebel. Besonders froh sind wir dabei, um das AIS und den Radar an Bord. Die Systeme ermöglichen es uns auch ohne Sicht sicher zu navigieren.
Der Wind erlaubt es uns erst nach drei Stunden den Motor endlich abzustellen, wird dann aber immer stärker, bis wir ein konstant gutes Tempo erreicht haben. Dieses können wir auch über den gesamten nächsten Tag halten. Währenddessen macht die unruhige See der gesamten Crew zu schaffen. Letztlich kann nur Luki das Essen bei sich behalten, während die anderen den Eimer brauchen. Dabei lernen wir, dass man mit dem bereitstellen des rettenden Eimers keine Sekunde zu lange warten sollte. So langsam ist die anfängliche Seekrankheit überwunden, die Sonne ist wieder da und wir beginnen die Langeweile zu genießen.

Verfolgt uns auf dem Atlantik!

Wir sind in den letzten Vorbereitungen für unsere Atlantiküberquerung. Auch wenn wir wahrscheinlich noch mal in Neufundland anhalten werden, wollen wir komplett fertig sein, um die Möglichkeit zu haben – je nach Wind – direkt von Halifax durchzufahren.

Für die Zeit haben wir uns eine Flatrate für unser Garmin InReach gekauft, daher haben wir jetzt auch ein Tracking, auf dem ihr uns verfolgen könnt: https://share.garmin.com/SJCP3.

GANZ WICHTIG: Wenn das Tracking abbricht, sind wir nicht untergegangen! Vermutlich ist einfach nur die Batterie leer oder das Gerät ist kaputt. Bitte macht euch dann keine Sorgen und ruft nicht bei der Küstenwache an 😉

Wir haben als Back-up zu dem Gerät noch ein weiteres Satellitentelefon gemietet und haben auch noch eine EPIRB an Bord, die ein SOS-Signal z.B. an Flugzeuge sendet.

Bevor es losgeht, melden wir uns auf jeden Fall noch mal hier im Blog. Wir planen auch ein paar kurze Statusmeldungen über Jenny im Blog zu veröffentlichen.

Letztes Foto an der Tankstelle

Fix in Halifax (2/2)

Freitag

Auch den nächsten Morgen starteten wir gemütlich. Es wurden Pfannkuchen gebacken, das gerissene Verdeck genäht und erste Versuche für das Routing der kommenden Etappe in Richtung St. John unternommen.

Kurz vor 12 Uhr kam dann auch schon der Taucher vorbei und startete mit seinen Arbeiten. Wie sich herausstellte, hatten er und Mattis sich vor einigen Monaten bereits auf den Bahamas kennengelernt. Parallel wurden die Wartungsarbeiten am Rigg mit Hilfe der frisch erworbenen Ersatzteile in Eigenregie durchgeführt.

Unser Rumpf wird gesäubert, um Elmy wieder flott zu machen

Nach dem Mittagessen brachten wir Luki zum Waschen der bereits angefallenen Wäsche an Land. Elena beschäftigte sich währenddessen mit unserem Angel-Equipment und tüftelte passende Anbring-Möglichkeiten dafür aus. Mattis und Sascha motivierten sich währenddessen gemeinsam, die Chance auf Bewegung zu nutzen, und joggten über zahlreiche „Berge und Täler“ zur Spitze der Landzunge. Am Abend genossen wir alle eine wohlverdiente Dusche an Bord. Beim Abendessen philosophierten wir darüber, ob die Nordroute angesichts der vorherrschenden Kälte nicht doch eine verrückte Idee war. Den Abend ließen wir bei einigen Runden Doppelkopf ausklingen, wobei wir uns über die muckelig warmen 17 Grad im Boot freuten.

Elena trifft letzte Vorbereitungen für das Hochsee-Fischen
Landspitze erreicht

Samstag

Am Samstag machten wir uns an das Abhaken der möglicherweise letzten To-do-Liste. Neben verschiedenen kleineren Punkten stand vor allem das Auffüllen unserer Vorräte an frischen Lebensmitteln auf dem Programm. Dabei gestaltete sich vor allem die Rückfahrt mit dem Dinghi als feuchte und leicht frostige Angelegenheit. Neben weiterer Nahrung statteten wir uns auch mit weiteren Socken und wärmendem Schuhwerk aus.

Auf dem Weg zum Shopping
Neue Bordschuhe

Inzwischen tobt an Bord auch ein heftiger Kampf um den Rekord im Blocksudoku auf dem Tablett (App-Empfehlung der Crew für Langeweile). Den ursprünglichen Rekord konnten wir bereits mehr als verdoppeln und treiben den Highscore stündlich weiter nach oben. Wir fürchten schon fast, dass die Nachtschichten zu kurz ausfallen, um unserem Spieltrieb in ausreichendem Maße nachkommen zu können.

Elena jagt verzweifelt Saschas neuem Highscore hinterher

Da die Windvorhersagen derzeit vielversprechend erscheinen, machen wir uns dann auch schon bereit endlich loszulegen. Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung legen wir uns angesichts der bevorstehenden Nachtfahrt kurz aufs Ohr. Vor der Ausfahrt aus Halifax klären wir mit Lisa, die uns über das Satelliten-Telefon mit Wetter- und Routing-Infos unterstützen wird, noch letzte Details. Für einen Tankstopp, bei dem wir unseren Dieseltank noch einmal randvoll füllen, machen wir noch einmal an Land fest. Danach heißt es Leinen los.

Dann setzen wir auch schon Kurs in Richtung offener See. Ob wir in wenigen Tagen noch mal in St. John anlegen werden hängt maßgeblich davon ab, wie der Wind sich entwickeln wird. Möglicherweise werden wir auch erst in gut drei Wochen wieder in Großbritannien Land betreten.

Mattis beim finalen Routing, schnellste Route führt uns etwas nördlich davon (rot oben), kürzeste Strecke (blau)